Zentrum der Aktivitäten des Bistums im Karl Marx-Jubiläumsjahr:

LebensWert Arbeit

Kunstausstellung zum Spannungsfeld
von Arbeitsleben und Menschenwürde

Im Bereich der Arbeit finden rasante Entwicklungen statt, die technischen Möglichkeiten schreiten immer schneller fort, Globalisierung und Digitalisierung haben vielfältige Auswirkungen, die Frage nach dem LebensWert von Arbeit stellt sich immer deutlicher; all dies beschäftigt auch die Kunst-Schaffenden unserer Zeit. Gemälde, Videos, Fotos, Installationen, Skulpturen von international bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie Harun Farocki, Andreas Gursky, Vincent Fournier oder William Kentridge spiegeln das wider.

Unter verschiedenen inhaltlichen Gesichtspunkten setzen sie sich mit dem Themenfeld „Probleme, Chancen und Zukunft der Arbeit“ auseinander. Die Kunstwerke können Anstoß geben, über Erscheinungsformen, Auswüchse und Entwicklungen von Arbeit in der heutigen Gesellschaft nachzudenken und sie zu hinterfragen.

Die Ausstellung ist in folgende Themenbereiche untergliedert:

  • Arbeitsplatz

    Das Thema „Arbeitsplatz“ ist ein guter Einstieg: Die Einstellung zur Arbeit wird nirgends mehr und unmittelbarer geprägt und ausgedrückt als eben am Arbeitsplatz.

    Die Exponate thematisieren beispielhaft einige Arbeitsbereiche und damit verbundene Einstellungen. Die BesucherInnen können Rückschlüsse auf die Art und Bedeutung des eigenen Arbeitsplatzes ziehen.

    Bilder:
    Vincent Fournier: Reem B #7 [Pal], Barcelone, Spain, 2010 from the project "The Man Machine"
    Hermann Stamm: "Ingenieurin", aus der Reihe „Die Vision von der eingeholten Zukunft“ (1998-2002)

  • Globalisierung

    Die komplexen Auswirkungen der Globalisierung sind nicht nur in Indien, Afrika oder China sichtbar, sondern auch in Europa und „vor der eigenen Haustür“.

    Die Kunst hat keine Antwort auf die zahlreichen, oft eng miteinander verknüpften Probleme; sie kann aber Gefühle und Befindlichkeiten der Menschen sichtbar machen und die Verhältnisse, in denen sie leben.

    Das versucht z.B. die Installation von Nina Schmidbauer, „Weniger ist leer“ (2016).

    Bild: Kai Löffelbein - Ghana: Waste export to Africa aus der Reihe "Ctrl-X, a topography of e-waste"

  • Oswald von Nell-Breuning

    Laas Koehler und Paul Schumacher bieten eine künstlerische Umsetzung des Arbeitszimmers von Pater Oswald von Nell-Breuning SJ, des (wie Karl Marx) in Trier geborenen katholischen Sozialwissenschaftlers.

    Dieses Werk steht für den Entwurf einer Gesellschaftsordnung, die Arbeit als „Lebens-Wert“ und damit umfassend als humanen und weniger als ökonomischen Wert zu verstehen sucht.

    Bild: © KNA 1980 - www.kna-bild.de

  • Labor

    Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist das „Labor“: In dieser Werkstatt realisieren nacheinander verschiedene Gruppen von Studierenden und Künstlern auf phantasievolle Weise für jeweils einige Wochen ihre Projekte zu Themen der aktuellen Arbeitswelt. Als „work in progress“ werden sie diese Themen vor den Augen der BesucherInnen oder im Austausch mit ihnen entwickeln.

    Das Labor ist ein Ort für eigenständig gestaltete Arbeitsprozesse. Trotz Planung und intensiver Vorbereitung bleiben die Ergebnisse überraschend und offen. Zeiten aktiver Arbeit wechseln mit Zeiten für die Ausstellung der erarbeiteten Objekte. Der Dialog mit den Besuchern sowie interessiertes Zuschauen und Fragen sind willkommen. Die Arbeits-Ergebnisse werden dann bis zur Ankunft der nächsten Gruppe im „Labor“ ausgestellt.

    Folgende Gruppen werden im Laufe der Ausstellungsdauer im Labor arbeiten:

    Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg 30. April bis 6. Mai  (mehr)

    2.7. bis 29.7. Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung

    31.7. bis 11.8. Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral (mehr)

    ab 18.9. Robotix-Academy (Prof. Gerke, Birkenfeld)

    • 8.10 bis 14.10. Hochschule Trier (Marcus Haberkorn), Projektwoche

    Bild: Marx in Druck - Foto: Anne Wiedau (Campus Gestaltung - Hochschule Trier)

  • Raum der Stille

    Wenn Arbeit lebenswert sein soll, braucht der Mensch Raum für die Ruhe, die Stille, das Ausruhen und die Kontemplation.

    Deshalb ist diesem Thema auch ein eigener Raum in der Ausstellung gewidmet; Studierende der Hochschule Ottersberg gestalten ihn.

    Bild: Natja Kasprik, #myfirstdronie, Video, 2017

  • Erfindung der Arbeit

    Der Bereich zwischen Labor und den zentralen Ausstellungsräumen des Museums ist den grundlegenden Erfindungen für die Entwicklung und Veränderung von Arbeit und Arbeitswelt vorbehalten.

    Beeindruckende Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Künstler visualisieren die Erfindung und den Gebrauch von „Werkzeugen“.

    Bild:
    Hervé Lesieur: Minotaurus, 2010 Kohle, Harz, Automotor, Stahl 205 x 110 x 90 cm - Crédit photographique: Philip BERNARD

  • Medien-Stationen

    Drei interaktive Medienstationen bieten Ihnen Information und Unterhaltung.

    • INFORMATION
      zum Thema „Arbeit“ im Internet
    • ENTERTAINMENT
      Beschäftigung mit dem Thema „Zukunft der Arbeit“ anhand von Filmausschnitten und Videos
      (z.B. Björk und Tim Bendsko)
    • HISTORY - MASSENELEND UND EINE ARBEITSWELT IM UMBRUCH
      Hörspiele und Videos zur Sozialen Frage im 19. Jahrhundert und zur kirchlichen Beschäftigung mit dieser Frage
      (Beiträge eines studentischen Projektes an der Theologischen Fakultät Trier - Berichte dazu)

    Bild: Tim Bendzko, Keine Maschine
    Musikvideo, 3:21 min, Deutschland 2016, Regie: Lars Timmermann, Editing: Henning Nolte - Sony Music Entertainment Germany GmbH